2 days a week - home ist nunmal where your heart is

die festivalsaison 2005 in einem satz: das beste kommt zum schluss.


oder anders ausgedrückt: keine noch so gigantomanischen headliner auf absurd überdimensionierten in unschuldige landschaften hingekotzte riesenfestivals können es mit good old wiesen aufnehmen.


so war es dem 2daysaweek festvial (samt bonus in form des alpha-festivals) vorbehalten mich mit dem festivalsommer zu versöhnen – und es hat funktioniert. das einzige durchgängig niederschlagsverschonte festival hat einfach gepasst: musikalisch sowieso, von der mischung meiner festvialbegleitenden kumpaninnen her, bis hin zum späthochsommerlichen wetter.



zum musikalischen – tag 2 des 3-tägigen 2daw:


juliette and the licks hatten das pech eines etwas schwammig abgemischten sounds, textlich war das rein gar nichts zu verstehen, das gros der zuhörerschaft schien seine konzentration aber sowieso erst auf die wundersame wikinger kopfbedeckung von miss lewis und ihre extravagante restkörperbekleidung zu verteilen, bevor dann der männliche teil des publikums wohl endgültig in anhimmlung des schwarzen etwas, dass da zur schau gestellt wurde, umschwenkte.


me first and the gimme gimmes coverten sich kreuz und quer durch die musikgeschichte des schlechten geschmacks, derart gewitzt und stimmungsgeladen aber, dass es schon nach nur kleinen schlückchen erdbeerweins schon mitreißend genug war und gute laune stimmung quer übers areal verteilte. brachial gute coverversion eines schlechten songs machen zwar immer noch keinen guten song, dafür aber wenigstens spaß…


kettcar waren dankbar für den zeitlich gesehen guten slot, waren aber undankbarerweise mit ihrer art von deutschprachigem, teils sperrigem, weil nachdenklichem hamburg-pop zwischen den fun-punk combos me first and the gimme gimmes und nofx eingeklemmt. der publikumswechsel vollzog sich abrupt. vor der bühne war von üblichem frontreihengedränge nichts zu bemerken und der start verlief recht zäh. doch kettcar, nein eher das publikum steigerte sich, begann hinzuhören (oder versuchte es zumindest beim leider schlecht abgemischtem sound), vermehrte sich, zückte feuerzeuge und stimmte fleißig und sogar teilweise recht textsicher mit ein. das experiment ist geglückt, kettcar als luftholer für die sich davor und danach verausgabenden mosh-pit aktivisten und höhepunkt für alle zuhörer mit hirn zwischen dem wo andere schweinsohren haben hat funktioniert.


nofx, die berufsblödler vom dienst lieferten eine wie gewohnt amüsante kabarett-show ab und heiztem den septemberumluftgekühltem publikum heftig ein.


die queens of the stone age, kamen, mähten soundtechnisch alles nieder, dreschten zum start eine hitparade dahin und hoben sich ihr no one knows in einer 10-15 minuten soli-improvisations-orgie als krönenden abschluss auf. präziser solider rock vom feinsten.



abseits der bühne:


wars das erste „richtige“ festival, dass ich mit meiner seit einigen monaten etablierten lieblingsfortgehkumpanin bestritten habe und sich soweit bewährt hat, dass mir erstens nie langweilig, zweitens nie schlechte laune auch nur im ansatz aufkam, drittens es zwar phasenweise etwas größere überredungskünste brauchte („nein, ich lass dich nicht auf dem autodach übernachten, ich hab uns einen zeltplatz organisiert“) brauchte, es aber durchgehend einfach nur witzig und eine gute zeit war.
das sie dann am nächsten morgen draufkam über nacht engeren kontakt mit burgenländischen nacktschnecken gehabt zu haben, als ihr lieb war, ist eine andere geschichte…


und abseits davon, ist es schon beinahe alljährliches ritual aus den augen verlorene menschen ganz einfach zufällig wiederzutreffen, vor der bühne, in der menschemasse, zufällig nebeneinander stehend. wieder ein grund mehr, das gute alte wiesen zu mögen.

festival-konzert


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